Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlamentes und des Rates
Artikel 7: Energieeffizienzverpflichtungssysteme der Mitgliedstaaten

(1) Jeder Mitgliedstaat führt ein Energieeffizienzverpflichtungssystem ein. Dieses System muss gewährleisten, dass die Energieverteiler und/oder Energieeinzelhandelsunternehmen, die als verpflichtete Parteien gemäß Absatz 4 benannt wurden und im Hoheitsgebiet jedes Mitgliedstaates tätig sind, unbeschadet des Absatzes 2 bis zum 31. Dezember 2020 ein kumuliertes Endenergieeinsparziel erreichen.

Dieses Ziel muss für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2020 mindestens der Erzielung neuer jährlicher Energieeinsparungen in einer Höhe von 1,5 % des jährlichen Energieabsatzes aller Energieverteiler oder Energieeinzelhandelsunternehmen an Endkunden nach ihrem über den letzten Dreijahreszeitraum vor dem 1. Januar 2013 gemittelten Absatzvolumen entsprechen.


Umsetzung: Energieaudit/ Energiemanagementsysteme

Um das Energieeinsparpotenzial zu nutzen, sollten Mitgliedstaaten Programme aufstellen, mit denen KMU ermutigt werden, sich einem Energieaudit zu unterziehen. Energieaudits sollten für große Unternehmen verbindlich sein und regelmäßig erfolgen, da die Energieeinsparungen erheblich sein können.

Energieaudits sollten die einschlägigen europäischen oder internationalen Normen wie etwa EN ISO 50001 (Energiemanagementsysteme) oder EN 16247-1 (Energieaudits) oder – wenn ein Energieaudit einbegriffen ist – EN ISO 14000 (Umweltmanagementsysteme) berücksichtigen.

Fragen und Antworten zum Energieeffizienzgesetz

Die Umsetzung der EU-Richtlinie auf Mitgliedstaatenebene bringt für Österreich neue Rahmenbedingungen und Herausforderungen mit sich. Auch für Sie als Kunde und betroffener Marktteilnehmer werden daraus Fragen entstehen, die wir mit der Ausarbeitung von „Frequently Asked Questions" (FAQs) entsprechend unserem aktuellen Wissenstand beantworten.

WELCHE EU-KLIMAZIELE SIND FÜR ÖSTERREICH RELEVANT?

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich am 9. März 2007 in Brüssel auf verbindliche Ziele als Antwort auf den „KLIMAWANDEL“ geeinigt:

  • Ziel 1: Die EU will bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energie aus Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Biomasse auf 20% erhöhen.
  • Ziel 2: Die EU will im selben Zeitraum den Ausstoß der für die Klimaerwärmung gefährlichen Treibhausgase (v.a. CO2) um 20% senken.
  • Ziel 3:  Die EU will bis 2020 die Energieeffizienz um 20% erhöhen.
  • In Ergänzung zu Ziel 3 ist am 4. Dezember 2012 die Richtlinie 2012/27/EU zur Energieeffizienz in Kraft getreten. Darin wird der Rahmen festgelegt, wie die EU-Mitgliedstaaten ihre Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 um 20% steigern sollen.
ENERGIEEFFIZIENZ – WAS IST DAS?

Energieeffizienz ist ein Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Ein Vorgang ist dann effizient, wenn ein bestimmter Nutzen mit minimalem Energieaufwand erreicht wird (= ökonomisches Prinzip).

 

Die konkrete Zielsetzung lautet nicht „Fahre weniger Kilometer mit dem Auto“, sondern „Fahre dieselbe Anzahl von Kilometern mit weniger Verbrauch“.

 

Die Regierungsvorlage zum EEffG sieht folgende Begriffsdefinition vor: Energieeffizienz (Endenergieeffizienz): „das Verhältnis von Ertrag an Leistung, Dienstleistungen, Waren oder Energie zu Energieeinsatz (Endenergieeinsatz)“.

WAS SIND DIE WESENTLICHSTEN ZIELE DES EEFFG IN ÖSTERREICH?

Die Energieeffizienz ist derart zu steigern, dass:

  • der Energieverbrauch Österreichs im Jahr 2020 die Höhe von 1.050 PJ (= 291,6 TWh) nicht überschreitet und
  • zusätzlich anrechenbare Energieeffizienzmaßnahmen in den Jahren 2014 bis 2020 im Ausmaß von 310 PJ (= 86,1 TWh) erreicht werden – davon 159 PJ (44,2 TWh) durch Beiträge der Energielieferanten sowie 151 PJ (41,9 TWh) durch strategische Maßnahmen und
  • bis 31.12.2016 Maßnahmen von mindestens 80,4 PJ (= 22,4 TWh) nachgewiesen werden.
WELCHE ENERGIETRÄGER SIND VOM EEFFG ERFASST?

Alle handelsüblichen Energieformen, sofern sie von Endverbrauchern für energetische Zwecke eingesetzt werden – das sind

  • feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe fossilen und biogenen Ursprungs einschließlich Abfälle;
  • Elektrizität, Wärme und Kälte, sofern sie leitungsgebunden übertragen werden.
WAS ZÄHLT LAUT GESETZ ALS ENERGIEEFFIZIENZMASSNAHME?

Eine Maßnahme ist grundsätzlich anrechenbar, wenn sie nachweisliche, mess- oder schätzbare Verringerungen des Verbrauchs von Endenergie nach sich zieht. Entscheidend ist grundsätzlich, dass die Maßnahmen das Input-Output-Verhältnis (z.B. eines Gerätes oder Prozesses) verbessern und dem Energielieferanten auch mittels Nachweis zurechenbar sind. Zu einer tatsächlichen Reduktion des absoluten Energieverbrauchs muss es nicht kommen. Die Verpflichtung zum Nachweis von Energieeffizienzmaßnahmen bedeutet nicht, dass Lieferanten weniger Energie verkaufen müssen.

 

Maßnahmenfelder für Energieeffizienz sind vielfältig und werden im Anhang I zum Gesetz aufgelistet. Sie umfassen beispielsweise Wärmedämmungen, Optimierungen von Druckluftsystemen, die Einbindung von Erneuerbaren Energien, Maßnahmen zur Senkung des Kühlbedarfs, den Einbau von Kesseln mit hohem Wirkungsgrad, Abwärmenutzung, aber auch Verwendung intelligente Verbrauchsmesssysteme, den Einsatz verbrauchsarmer Fahrzeuge oder Elektromobilität etc. 

 

Die Einsparungen müssen in [kWh] quantifizierbar sein.

WER IST VERPFLICHTET?

Verpflichtet werden die großen energieverbrauchenden Unternehmen, die Energielieferanten und der Bund.

WAS SIND KLEINE UNTERNEHMEN?

Unternehmen mit höchstens 49 Beschäftigten und mit einem Umsatz von höchstens 10 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 10 Millionen Euro.

WAS SIND MITTLERE UNTERNEHMEN?

Unternehmen mit höchstens 249 Beschäftigten und mit einem Umsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro, soweit sie nicht kleine Unternehmen sind.  

WAS SIND GROSSE UNTERNEHMEN?

Anzahl der Mitarbeiter und Umsatz (bzw. Bilanzsumme) bestimmen, was ein großes Unternehmen ist: Überschreitet ein Unternehmen die Mitarbeiterzahl von 249, so ist es als großes Unternehmen einzustufen. Unterschreitet es diese Zahl, so sind Umsatz und Bilanzsumme entscheidend. Details hierzu finden sich auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums unter folgendem Link: 

 

www.bmdw.gv.at

 

Zu beachten ist, dass Unternehmen, die zu mehr als 50% im Eigentum eines anderen Unternehmens stehen, dem Mutterunternehmen zuzurechnen sind. So werden alle in Österreich operierenden Unternehmensteile eines Konzerns zusammengerechnet.

 

Die Anzahl der Mitarbeiter wird über Jahresarbeitseinheiten bestimmt:

 

Für die Berechnung der Mitarbeiteranzahl werden Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte sowie Saisonarbeitskräfte berücksichtigt. 

 

Dazu zählen: 

 

  • Lohn- und Gehaltsempfänger;
  • für das Unternehmen tätige Personen, die in einem Unterordnungsverhältnis zu diesem stehen und nach nationalem Recht als Arbeitnehmer gelten;
  • mitarbeitende Eigentümer;
  • Teilhaber, die eine regelmäßige Tätigkeit in dem Unternehmen ausüben und finanzielle Vorteile aus dem Unternehmen ziehen.

 

Leiharbeiter sind jenem Unternehmen zuzurechnen, bei dem sie auch faktisch arbeiten. Auszubildende oder in der beruflichen Ausbildung stehende Personen, die einen Lehr- bzw. Berufsausbildungsvertrag haben, sind nicht als Mitarbeiter zu zählen. Unberücksichtigt bleiben auch Personen im Mutterschafts- bzw. Elternurlaub.

 

Die Mitarbeiterzahl wird in Jahresarbeitseinheiten (JAE) angegeben. Jede Vollzeitarbeitskraft, die während des gesamten Berichtsjahres in ihrem Unternehmen oder für ihr Unternehmen tätig war, zählt als eine Einheit. Für Teilzeit- und Saisonarbeitskräfte sowie für Personen, die nicht das gesamte Jahr gearbeitet haben, ist jeweils der entsprechende Bruchteil einer Einheit zu zählen.

 

Der Mitarbeiterschwellenwert ist seit 1. Januar 2015 laufend zu überprüfen; beim Umsatz- und Bilanzschwellenwert ist der jeweils letzte Jahresabschluss heranzuziehen.

WIE WERDEN DIE GROSSEN UNTERNEHMEN VERPFLICHTET?

Sie müssen entweder

  • zumindest alle 4 Jahre ein externes Energieaudit durchführen,

oder ein

  • zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder EN 16001 oder entsprechenden Nachfolgenormen, 
  • zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14000 oder gem. Art 13 VO (EG) Nr. 1221/2009, 
  • ein gleichwertiges innerstaatlich anerkanntes Managementsystem (z.B. Responsible Care),

einführen, das gleichzeitig auch ein internes oder externes Energieaudit gemäß Gesetzesvorgaben umfassen muss.  

 

Weiters müssen diese Unternehmen die Einführung des Managementsystems oder die Durchführung des Energieaudits, deren Inhalte und gewonnenen Erkenntnisse unverzüglich der Monitoringstelle melden oder melden lassen.

 

Das externe Energieaudit muss erstmalig bis November 2015 durchgeführt werden, das Managementsystem bis zu diesem Zeitpunkt zertifiziert sein.

 

Große Unternehmen, die sich für ein Managementsystem entscheiden, müssen dies bis 31.01.2015 bekannt geben.

WIE SIND KONZERNE ZU BEHANDELN?

Unternehmen, die zu mehr als 50% im Eigentum eines anderen Unternehmens stehen, sind dem Mutterunternehmen zuzurechnen.

WO MÜSSEN MASSNAHMEN GESETZT WERDEN? PRIMÄRENERGIESEITIG ODER ENDENERGIESEITIG?

Laut Gesetz müssen Maßnahmen gesetzt werden, die zu einer Steigerung der Endenergieeffizienz um 1,5% pro Jahr in Österreich führen.

SEIT WANN IST DAS GESETZ IN KRAFT?

Die Bestimmungen, welche die großen Unternehmen gemäß § 9 betreffen, sowie jene bezüglich der Energielieferanten traten gemäß § 10 mit 1. Januar 2015 in Kraft.

MASSNAHMEN

Fragen und Antworten zu Energieeffizienzmaßnahmen.

WAS IST EIN ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM NACH ISO 50001?

Ein Energiemanagementsystem ist ein Managementsystem, das auf die Verbesserung der energetischen Leistung abzielt. Ein konsequentes Energiemanagementsystem hilft, vorhandene Einsparungspotenziale im Unternehmen systematisch zu erschließen und zielgerichtete Maßnahmen umzusetzen.

WAS IST EIN ENERGIEAUDIT?

Ein Energieaudit ist ein systematisches Verfahren zur Ermittlung von kostenwirksamen Energieeinsparungen in Unternehmen. Anforderungen an ein Energieaudit werden im Bundes-Energieeffizienzgesetz unter § 18 und im Anhang III definiert.

 

Energieauditoren müssen entsprechende Qualifikationen nachweisen und sich offiziell auf der Homepage der Monitoringstelle registrieren. Der Energieauditor kann sich für drei verschiedene Bereiche eintragen lassen und muss auch für diese Bereiche gesondert die Qualifikationen nachweisen: Gebäude, Transport und Prozesse. Ein Bereich muss in einem Energieaudit berücksichtigt werden, wenn er mindestens 10% Anteil am Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens hat.

 

Die Registrierung der Energieauditoren erfolgt hier:

 

www.bmdw.gv.at

 

Die Liste der Energieauditoren findet sich auf der Homepage der Monitoringstelle unter folgendem Link:

 

www.monitoringstelle.at

WAS IST EIN UMWELTMANAGEMENTSYSTEM GEMÄSS ART 13 VO 8 (EG) NR. 1221/2009?

Ein Umweltmanagementsystem gemäß Art 13 VO (EG) Nr. 1221/2009 ist ein Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung. EMAS ist die Kurzbezeichnung für „Eco-Management and Audit Scheme“. EMAS wurde von der EU für Unternehmen entwickelt, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. 

ERSETZT EIN EMAS EINE ISO-50001-ZERTIFIZIERUNG? WO LIEGT DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINER EMAS-ZERTIFIZIERUNG UND EINER ISO-50001-ZERTIFIZIERUNG?

EMAS zählt zur Kategorie der Umweltmanagementsysteme, ISO 50001 zur Kategorie der Energiemanagementsysteme. Laut Gesetz sind beide Systeme gleichwertig, sie müssen beide ein Energieaudit umfassen, das den inhaltlichen Vorgaben des Gesetzes entspricht.

 

Ein EMAS erfüllt nach heutigem Stand nicht alle definierten Inhalte eines Energieaudits per EEffG. Wurde aber auf die Energiebelange im Rahmen von EMAS ein wesentliches Augenmerk gelegt, so wird der zusätzlich erforderliche Aufwand gering sein. 

WIE WIRD DER NACHWEIS FÜR DIE EINFÜHRUNG EINES MANAGEMENTSYSTEMS ERBRACHT?

Für die Energiemanagementnorm ISO 50001 lässt sich das Unternehmen extern durch eine akkreditierte Stelle wie beispielsweise den TÜV Süd oder TÜV Austria zertifizieren. Für das Umweltmanagementsystem EMAS erstellt ein Umweltgutachter ein Gültigkeitszertifikat. EAA ist seit 2013 nach ISO 50001 zertifiziert. 

WIE LANGE HABEN DIE GROSSEN UNTERNEHMEN ZEIT, IHRER VERPFLICHTUNG NACHZUKOMMEN? WIE SIEHT DER ZEITLICHE RAHMEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON ENERGIEAUDITS AKTUELL AUS?

Große Unternehmen müssen innerhalb von 1 Monat nach Inkrafttreten ihrer Verpflichtung der Monitoringstelle melden, ob sie ein Energiemanagementsystem haben bzw. einführen werden. Das Energiemanagementsystem muss dann innerhalb von 10 weiteren Monaten eingeführt werden. Alternativ können Energieaudits innerhalb von 11 Monaten nach Inkrafttreten der Bestimmung durchgeführt werden.

 

Als erste Frist für alle großen Unternehmen galt der 30. November 2015. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Energieaudits im Unternehmenserviceportal hochgeladen werden. 

DARF EIN UNTERNEHMEN MEHR ENERGIE VERBRAUCHEN ALS BISHER?

Ja, Ausbau und Wachstum sollen nicht eingeschränkt werden. Entscheidend ist das Setzen von Effizienzmaßnahmen.

WELCHE STRAFE SIEHT DAS GESETZ VOR, WENN DIE VERPFLICHTUNGEN NICHT ERFÜLLT WERDEN?

Große Unternehmen, die ihren Verpflichtungen hinsichtlich der Durchführung eines Energieaudits bzw. Energiemanagementsystems nicht fristgerecht nachkommen sowie der Meldepflicht gegenüber der Monitoringstelle und der Möglichkeit zur Dateneinsicht nicht nachkommen, erhalten eine Verwaltungsstrafe von bis zu 10.000 Euro. Bei Falschangaben gegenüber der Monitoringstelle drohen 20.000 Euro. Das Begleichen der Strafe entbindet sie nicht von ihren Verpflichtungen.

KANN ICH MEINE EINSPARUNG WEITERVERKAUFEN? WIE OFT KANN ICH DIESE EINSPARUNG WEITERGEBEN? WIE KÖNNEN MASSNAHMEN WEITERGEGEBEN WERDEN?

Das Gesetz sieht gemäß § 27 (4) Regelungen dafür vor. Maßnahmen, welche über technische und rechtliche Mindestanforderungen hinausgehen, sind anrechenbar und können an verpflichtete Dritte weitergegeben werden. Die dreimalige Weitergabe von gesetzten Maßnahmen in einem Kalenderjahr ist bis 14. Februar des Folgejahres zulässig und bedarf einer schriftlichen Vereinbarung gemäß Zivilrecht und einer Dokumentation auf dem Maßnahmennachweis. Die Weitergabe gesetzter Maßnahmen an gesetzlich Verpflichtete auf Basis eines Förderanreizes bedarf der Zustimmung der Förderstelle. Durch den Bund geförderte strategische Maßnahmen dürfen nicht übertragen werden. Maßnahmen, die aus der Wohnbauförderung, der Umweltförderung oder dem Programm für die Thermische Sanierung (Sanierungsscheck) kogefördert werden, dürfen keinesfalls übertragen oder angerechnet werden. Die Liste der für die öffentliche Hand reservierten Förderprogramme kann ergänzt werden.

 

Doppelerfassungen und Doppelzurechnungen sind unzulässig. 

WELCHE VORTEILE ZIEHT DER KUNDE AUS DER UMSETZUNG VON ENERGIEEFFIZIENZMASSNAHMEN?

Aufgrund der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen verringert sich der Strombedarf des Kunden [kWh]. Neben der Steigerung der Effizienz liegt der Fokus im Bereich der Spitzenlastminimierung [kW], was zu einer zusätzlichen monetären Einsparung beim Kunden führen kann.

BEWERTUNG VON MASSNAHMEN

Fragen und Antworten zur Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen

WAS IST DIE ENERGIEEFFIZIENZ-MONITORINGSTELLE?

Die Stelle hat die Aufgabe, gesetzte Maßnahmen zu überprüfen, Energieeinsparungen zu ermitteln und darüber zu berichten (Monitoring). Des Weiteren führt die Monitoringstelle ein Register für Energieauditoren. Die Homepage findet man unter:


www.monitoringstelle.at

WIE WERDEN ENERGIEEFFIZIENZMASSNAHMEN BEWERTET?

Die Bewertung der Maßnahmen wird im Energieeffizienzgesetz und der entsprechenden Durchführungsverordnung geregelt. Sie erfolgt anhand des Methodendokuments aus 2013 und dem Anhang der Richtlinienverordnung.

 

Die Dokumente sind unter folgendem Link zu finden:

 

www.monitoringstelle.at

IN DER RL-VO UND DEM METHODENDOKUMENT 2013 STEHEN ÄHNLICHE BZW. SICH ÜBERSCHNEIDENDE METHODEN, WIE MASSNAHMEN BEURTEILT WERDEN MÜSSEN. WELCHE METHODE IST WANN ANZUWENDEN?

Eine Übersicht, zu welchen Zeitpunkten welche Methoden gültig sind, findet sich in der Entsprechungsliste für Maßnahmenformulare unter:

 

www.monitoringstelle.at

WENN EINE VERALLGEMEINERTE METHODE EXISTIERT, IST DIESE IMMER ANZUWENDEN? WAS IST EINE BETRIEBLICHE EFFIZIENZMETHODE?

Prinzipiell ist die verallgemeinerte Methode zu verwenden (§ 16 Abs 1). Wenn fachliche Gründe dafürsprechen, diese nicht anzuwenden, so können Effizienzmaßnahmen auch individuell bewertet werden. Dies muss gegenüber der Monitoringstelle schriftlich dargelegt werden (§ 13 Abs 1).

 

Die betriebliche Effizienzmethode ist eine Unterkategorie der verallgemeinerten Methoden. Sie findet sich unter folgendem Link:

 

www.ris.bka.gv.at

BEI VERWENDUNG EINER VERALLGEMEINERTEN METHODE ERZIELE ICH EINE HÖHERE EINSPARUNG, WENN ICH MEINE TATSÄCHLICHEN WERTE VERWENDE. IST ES MÖGLICH, DIESE ZU VERWENDEN, ODER MUSS ICH IMMER DIE DEFAULT-WERTE NEHMEN?

Viele Methoden lassen die Verwendung von projektspezifischen Werten zu. Diese Werte müssen im Einzelfall nachgewiesen werden.

MÜSSEN DIE BERECHNUNGEN BEI DER VERALLGEMEINERTEN METHODE DURCH EINE PERSON MIT BESTIMMTEN QUALIFIKATIONEN DURCHGEFÜHRT WERDEN?

Nein, es gibt diesbezüglich keine Vorgaben.

WENN ICH GLEICHE MASSNAHMEN AN MEHREREN STANDORTEN UMGESETZT HABE, MUSS DIESE MASSNAHME FÜR JEDE FILIALE EINZELN GEMELDET WERDEN?

Nein, dies ist nicht erforderlich. Es muss allerdings eine Standortliste im USP hochgeladen werden.

WAS BEDEUTET BANKING?

Unternehmen können entscheiden, ob sie ihre selbst gesetzten Maßnahmen an einen Energielieferanten verkaufen oder aber selber bis zum 14.2. des Folgejahres im Unternehmensserviceportal (USP) einmelden. Diese Maßnahmen können dann nur noch ein Mal verkauft werden. Im Zuge des Maßnahmenverkaufes wird die Maßnahme im USP auf inaktiv gesetzt und vom Energielieferanten noch einmal in das USP eingegeben.

 

Dieses Banking ist nicht zu verwechseln mit der Übernahme von Mehrmengen seitens des Energielieferanten. Dieser muss diese Mengen auch im USP einmelden, kann sie aber nicht mehr weiterverkaufen. 

IST ES MÖGLICH, MASSNAHMEN ZU TEILEN?

Ja, es ist möglich. Die Teilung einer Energieeffizienzmaßnahme kann ausschließlich bei der ersten Übertragung (Maßnahmensetzer gegenüber einem Dritten, zum Beispiel Kunde gegenüber der EnergieAllianz Austria) erfolgen.

 

Die Teilung wird in der ersten Übertragungsvereinbarung durch die teilnehmenden Unternehmen festgelegt. Dazu ist von den Unternehmen eine „Maßnahmenteilungs-Kennziffer“ im folgenden Format zu erstellen (26-stellig): JJMMTTATU00000000M00-00/00

 

Die Kennziffer hat folgende Nomenklatur:

  • Datum der Maßnahmenübertragung: 6-stellig
  • UID: 11-stellige Umsatz-Steuernummer

 

Trennzeichen "M"

  • Maßnahme: 2-stellige Nummer
  • Trennzeichen " - "
  • Maßnahmenteil: 2-stellige Nummer
  • Trennzeichen: " / "
  • Gesamtanzahl der Maßnahmenteile: 2-stellige Nummer 

 

Nähere Information zur Maßnahmenteilung finden Sie unter:

 

www.monitoringstelle.at

WELCHE BEDEUTUNG HAT DIE LEBENSDAUER EINER MASSNAHME?

Von der Lebensdauer einer Maßnahme hängt die anrechenbare Einsparung ab. Sie ist die Dauer der Wirksamkeit einer Maßnahme und muss mindestens bis 2020 reichen, damit eine Maßnahme voll anrechenbar ist. Reicht sie nicht bis in das Jahr 2020, so ist sie nur anteilig anrechenbar.

 

Für Standardmaßnahmen ist die Lebensdauer bei der jeweiligen Bewertungsmethode vorgegeben. 

WIE ERFOLGT DIE PRÜFUNG DER MASSNAHMEN SEITENS DER MONITORINGSTELLE?

Die Monitoringstelle nimmt eine Plausibilisierung aller seitens der Energielieferanten gemeldeten Maßnahmen vor. Innerhalb von 6 Monaten können die Bewertungsgrundlagen ohne Angabe von Gründen angefordert werden (§ 20 (6) RL-VO). Die Energielieferanten werden schriftlich aufgefordert, Unklarheiten auszuräumen bzw. Dokumente nachzureichen. Nach diesen 6 Monaten erfolgt eine weitere Prüfung in begründeten Fällen noch 1,5 Jahre lang. Korrekturen und Ergänzungen können dann innerhalb von 3 Monaten (§ 24 (6) EEffG) erfolgen. 

ENERGIEEFFIZIENZUMLAGE

Fragen und Antworten zur Energieeffizienzumlage

WAS IST UNTER DEM BEGRIFF „ENERGIEEFFIZIENZUMLAGE“ ZU VERSTEHEN?

Die Energielieferanten wurden vom Gesetzgeber zum Nachweis von Energieeffizienzmaßnahmen (bei ihren Kunden) im Ausmaß von derzeit 0,6% des Vorjahresverbrauches verpflichtet.

 

Jeder einzusparenden kWh steht eine gesetzlich festgelegte Ausgleichszahlung von derzeit 20 Ct/kWh gegenüber, die durch den Energielieferanten getätigt werden muss, sofern es nicht zur Umsetzung von entsprechenden Energieeffizienzmaßnahmen kommt.

 

Aufgrund zahlreicher erfolgreich umgesetzter Energieeffizienzmaßnahmen sowie einer guten Beschaffungsstrategie ist es der EAA-Gruppe gelungen, in den Jahren 2015 und 2016 deutlich geringere Kosten als 20 Ct/kWh für die EEff-Maßnahmen zu erzielen. Die Höhe dieser Kosten wird jährlich von dem unabhängigen Wirtschaftsprüfer KPMG testiert und diese Kosten werden zusätzlich zum vereinbarten Energiepreis als EE-Umlage verrechnet.

BEGRIFFSERKLÄRUNGEN – ENERGIEEFFIZIENZ

Energieeffizienz hat viele Facetten, Optionen und Begriffe. Von „Aufwandszahl“ über „Kyoto-Protokoll“ bis „Wirkarbeit“ haben wir die wichtigsten Begriffe und Themen für Sie aufbereitet und präzise erklärt. Damit Sie wissen, wovon wir reden, wenn wir über die Zukunft sprechen: Effiziente Energieversorgung, die sich für Ihr Unternehmen in jedem Fall auszahlt.

AUFWANDSZAHL

Die Aufwandszahl beschreibt das Verhältnis zwischen dem Aufwand an Primärenergie und der erzeugten Heiz- und Wasserwärme. Je kleiner die Aufwandszahl, desto effizienter ist das Heizungssystem.

BENUTZUNGSDAUER

Unter Benutzungsdauer versteht man den Quotienten aus der pro Jahr entnommenen oder eingespeisten elektrischen Arbeit und der im gleichen Zeitraum höchsten Entnahmeleistung oder Einspeiseleistung. Die Einheit ist Stunden (h).

BEREITSCHAFTSVERLUSTE

Das ist der Energieverbrauch, um Maschinen und Anlagen in Betriebsbereitschaft zu halten, ohne dass sie ihrem Verwendungszweck nutzen.

BLINDARBEIT

Blindarbeit oder Blindenergie ist ein Begriff der Elektrotechnik. Bei Blindarbeit bezieht ein elektrischer Verbraucher mehr elektrische Energie, als er in Nutzenergie umwandelt. Dies tritt auf, wenn er ein elektrostatisches oder elektromagnetisches Feld aufbaut, dabei Energie speichert und diese dann wieder an den Stromversorger zurückschickt. Multipliziert man die Blindleistung mit einer definierten Zeitspanne, so erhält man die Blindarbeit. Einheit: Kilovarstunde (kVarh)

BLINDLEISTUNG

Die Blindleistung ist der Anteil der elektrischen Leistung, der nicht in Nutzenergie umgewandelt, sondern zum Aufbau elektromagnetischer und elektrischer Felder benötigt wird. Bei überwiegend magnetischen Feldern (z. B. bei Motoren) spricht man von induktiver Blindleistung, bei überwiegend elektrischen Feldern (z. B. im Leitungsnetz) von kapazitiver Blindleistung.

BLINDLEISTUNGSKOMPENSATION

Hierbei handelt es sich um ein technisches Verfahren zur Vermeidung von Blindarbeit. Zur Kompensation von Blindleistung kommen i. d. R. Kondensatoren zum Einsatz. Mit Kondensatoren kann Blindleistung fast verlustfrei kompensiert werden.

BLOCKHEIZKRAFTWERK (BHKW)

Das ist eine Anlage zur Bereitstellung von elektrischem Strom und Wärme in einer dezentralen Anlage. Sie setzt dazu das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung ein.

BLOWER-DOOR-TEST

Gemeint ist damit ein Differenzdruck-Messverfahren, bei dem die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen wird. Es dient dazu, Undichtigkeiten in der Gebäudehülle aufzuspüren und die dadurch entstandenen Wärmeverluste zu bestimmen.

BRENNSTOFFZELLE

In der Brennstoffzelle wird über eine chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff direkt elektrische Energie erzeugt. Die Größe und damit die Leistung von Brennstoffzellen sind sehr variabel, sie können für die elektrische Versorgung von Kleingeräten bis hin zum elektrischen Antrieb von Kraftfahrzeugen eingesetzt werden.

BRENNWERT

Der Brennwert oder obere Heizwert bezeichnet bei einer Verbrennung das Verhältnis der maximal nutzbaren Wärmemenge zur eingesetzten Brennstoffmenge. Im Gegensatz zum unteren Heizwert wird neben der Energie zum Aufheizen der Verbrennungsluft und der Abgase beim Brennwert auch die Kondensationswärme der Flüssigkeiten, die bei der Verbrennung entstehen, berücksichtigt.

BRENNWERTTECHNIK

Unter Brennwerttechnik versteht man das Herunterkühlen des Abgases bis zur Kondensationsbildung. Die dabei freigesetzte Energie, die Kondensationswärme, wird dem Heizkreislauf zugeführt. Durch diese Technik kann der Wirkungsgrad eines Heizsystems mit dem Wärmeträger Erdgas theoretisch um 11 % erhöht werden. Dadurch verbessert sich auch der Jahresnutzungsgrad des Systems.

CONTRACTING

Contracting ist ein Vertragsverhältnis, bei dem der Contractor die Planung, Finanzierung, Bauausführung und/oder den laufenden Betrieb einer Anlage übernimmt. Die erzeugte Nutzenergie wird an den Kunden geliefert.

DRUCKLUFT

Druckluft, umgangssprachlich auch Pressluft, bezeichnet komprimierte Luft. Entsprechend dem Verwendungszweck wird normale Luft mit Kompressoren auf einen höheren Druck gebracht und unterschiedlich behandelt. Druckluft wird vielfältig eingesetzt: z. B. als Energieträger, zur Reinigung oder zur Kühlung.

DRUCKLUFTLECKAGEN

Bezeichnet werden damit die Undichtigkeiten in Druckluftverteilernetzen. Die dadurch verursachten Druckluftverluste liegen in der Industrie zwischen 15 und 70 %.

ENDENERGIE

Das ist die Energie, die vom Verbraucher verwendet wird – ohne Berücksichtigung des Energieaufwands für Gewinnung, Aufbereitung und Umwandlung der Primärenergie. Beispiele sind Strom, Gas oder Fernwärme.

ENERGIEAUDIT

Die Bezeichnung „Energieaudit“ bezieht sich auf die Sammlung und Analyse aller verfügbaren Energiedaten. Es dient der Aufteilung des Energieverbrauchs innerhalb eines Gebäudes oder eines Industriebetriebs und seiner technischen Anlagen je nach Abteilungen und Verfahren. Darüber hinaus kann durch das Energieaudit festgestellt werden, wie bei den verschiedenen Anlagen oder Verfahren Energie eingespart werden kann.

ENERGIEBILANZ

Unter Energiebilanz versteht man die Bilanzierung der Energieströme eines Systems. Dabei werden alle Energiedaten gesammelt und analysiert. Sie dient der Aufteilung des Energieverbrauchs innerhalb eines Betriebs und seiner technischen Anlagen je nach Abteilungen und Verfahren. Eine negative Energiebilanz steht für einen Energieverlust, eine positive für einen Energiegewinn.

ENERGIECONTROLLING

Ziel des Energiecontrollings ist es, durch regelmäßigen Vergleich von Energiegrößen den Energieverbrauch zu überwachen, um z. B. rechtzeitig auf Fehler in Systemen zu reagieren.

ENERGIEDATENMANAGEMENT (EDM)

Durch das EDM werden Energiedaten regelmäßig und systematisch erfasst. EDM wird häufig im Zusammenhang mit Energiecontrolling oder Lastmanagement durchgeführt.

ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN

Unter Energiedienstleistung versteht man die aus dem Einsatz von Nutzenergie und anderer Produktionsfaktoren befriedigten Bedürfnisse bzw. erzeugten Güter, wie Beleuchten von Flächen und Räumen, Bewegen und Transportieren, Erwärmen von Stoffen und Gütern u. v. a. m.

ENERGIEEFFIZIENZ

Energieeffizienz ist das Verhältnis zwischen einer bestimmten Leistung (auch Dienstleistung, Ware oder Energienutzung) und dem Energieaufwand, der nötig ist, um diese Leistung zu erbringen.

ENERGIEEFFIZIENZ-DIAGNOSE

Es handelt sich dabei um ein systematisches Verfahren, bei dem Energieeinsparpotenziale in Industriebetrieben, Gebäuden etc. identifiziert, bewertet und dokumentiert werden.

ENERGIEEFFIZIENZKLASSE

Die Energieeffizienzklasse ist eine Bewertungsskala zur Unterstützung von Kaufentscheidungen für Geräte, die besonders energiesparend arbeiten.

ENERGIEEFFIZIENZPOTENZIAL

Die Energieeffizienzklasse ist eine Bewertungsskala zur Unterstützung von Kaufentscheidungen für Geräte, die besonders energiesparend arbeiten.

ENERGIEEINSPARUNG

Energieeinsparung bezeichnet die Energiemenge, die durch alle Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes einer bestimmten Primär- bzw. Sekundärenergiemenge eingespart wird.

ENERGIEKENNWERT

Das ist der Energieverbrauch bezogen auf eine Kenngröße, wie z. B. die Fläche oder die Anzahl der Produktionseinheiten.

ENERGIEMANAGEMENT

Energiemanagement ist die Summe aller Maßnahmen, die geplant und durchgeführt werden, um die geringstmögliche Energiemenge bei gegebenem Komfort- bzw. Produktionsniveau zu verbrauchen.

ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM (ENMS)

Mithilfe eines EnMS werden die Energieströme in Organisationen systematisch beobachtet und bewertet mit dem Ziel der Energieeinsparung. Seit Dezember 2011 ist die internationale Norm DIN EN ISO 50001 eingeführt. Sie regelt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem.

ENERGIENAHE DIENSTLEISTUNGEN

Dienstleistungen, die in Zusammenhang mit der Umwandlung von End- zu Nutzenergie und beim Einsatz von Nutzenergien durchgeführt werden, um Energiedienstleistungen zu erbringen. Auch Dienstleistungen zur Erhöhung der Energieeffizienz sind Teil der energienahen Dienstleistungen.

ENERGIEUMWANDLUNG

Das ist die Umwandlung von einer Energieform in eine andere. Sie ist immer mit Verlusten verbunden, was sich im Wirkungsgrad (kleiner 100 %) ausdrückt.

EU-ENERGIEDIENSTLEISTUNGSRICHTLINIE

Genauer gesagt handelt es sich um die EU-Richtlinie 2006/32/EG über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen. Zweck dieser Richtlinie ist es, die Effizienz der Endenergienutzung in den Mitgliedstaaten kostenwirksam zu steigern.

FOTOVOLTAIK

Unter Fotovoltaik versteht man die Umwandlung von Strahlungsenergie, also Sonnenlicht, in elektrische Energie. Die Umwandlung findet in Solarzellen statt.

GEOTHERMIE

Das ist das Verfahren zur Nutzung von Erdwärme zur Wärmeversorgung oder Stromgewinnung.

GRUNDLAST

Die Grundlast bezeichnet den Anteil des gesamten Lastverlaufs, der über einen bestimmten Zeitraum (z. B. einen Tag oder ein Jahr) kontinuierlich abgenommen wird, d. h., der in diesem Zeitraum nicht unterschritten wird.

HEIZWERT

Der Heizwert ist die bei einer Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge bezogen auf die Menge des eingesetzten Brennstoffs. Im oberen Heizwert (Brennwert) wird die im Abgas enthaltene Kondensationswärme berücksichtigt, im unteren Heizwert nicht. Aus 1 l Heizöl können ca. 10 kWh Wärme genutzt werden, aus 1 m³ Erdgas theoretisch bis zu 11 kWh Wärme – bei Brennwertnutzung.

HÖCHSTLAST

Die Höchstlast (auch Höchstleistung) ist die höchste (z. B. elektrische) Leistung, die während einer bestimmten Zeitspanne aufgetreten ist. Beispielsweise die Jahreshöchstleistung, Monatshöchstleistung oder Tageshöchstleistung. Bei der Leistungsverrechnung von Strom wird die Höchstlast i. d. R. gebildet, indem die höchste über einen Zeitraum von 15 Minuten verbrauchte Strommenge durch diesen Zeitraum geteilt wird.

JAHRESNUTZUNGSGRAD

Der Jahresnutzungsgrad beschreibt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen über einen Betrachtungszeitraum von einem Jahr. Im Gegensatz zum Wirkungsgrad berücksichtigt der Jahresnutzungsgrad nicht nur den optimalen Betriebspunkt, sondern alle Betriebszustände einer Zeitspanne einschließlich Anfahren, Abschalten, Teillastbetrieb und Volllastbetrieb.

KONDENSATIONSWÄRME

Kondensationswärme ist die Energie, die frei wird, wenn Abgase vom gasförmigen in den flüssigen Zustand übergehen.

KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG (KWK)

Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet die Nutzung der bei der Erzeugung von elektrischer Energie entstehenden Nutzwärme in Kraftwerken. Die Nutzwärme wird als Fernwärme oder Nahwärme bezeichnet.

KWK-ANLAGEN

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sind Stromerzeugungsanlagen, bei denen die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme genutzt und beispielsweise als Fernwärme oder Prozessdampf zur Verfügung gestellt wird. KWK-Anlagen erreichen Wirkungsgrade von über 70%.

KYOTO-PROTOKOLL

Das Protokoll wurde auf der Weltklimakonferenz 1997 in Kyoto erstellt. 38 Industrieländer verpflichten sich erstmals dazu, ihre Gesamtemissionen von sechs wichtigen Treibhausgasen um mindestens 5,2% gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Jedes Land muss sein Reduktionsziel innerhalb des Zeitraums 2008 bis 2012 erreicht haben. Ein Teil dieser Reduktionsverpflichtung kann durch die Einführung eines internationalen Zertifikatehandels erreicht werden. Bei der Klimakonferenz 2012 in Doha (Katar) wurde eine Verlängerung bis 2020 beschlossen („Kyoto II“). An dieser zweiten Verpflichtungsperiode nehmen Australien, die 27 EU-Länder sowie weitere europäische Länder teil. Die USA sind dem Protokoll nie beigetreten und ihren Austritt aus dem Protokoll erklärten Russland, Kanada, Japan und Neuseeland.

LASTGANG

Das ist die Gesamtheit aller Leistungsmittelwerte, die über eine bestimmte Anzahl von Messperioden gemessen wird.

LASTMANAGEMENT

Das Lastmanagement regelt die Stromabnahme mit dem Ziel, kostenintensive Lastspitzen zu verhindern. Zum Beispiel, indem die Spitzenlast in Schwachlastperioden verlagert wird.

LEISTUNGSFAKTOR

Der Leistungsfaktor (cos phi) ist der Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung. Er ist ein Maß dafür, in welchem Umfang neben Wirkleistung auch Blindleistung beansprucht wird.

LICHTAUSBEUTE

Das ist das Maß für Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen. Die Einheit ist Lumen pro Watt (lm/W).

LICHTINTENSITÄT E

Das ist der auf eine bestimmte Fläche auftreffende Lichtstrom. Die Einheit ist Lux (1 lx = 1 lm/m²).

LICHTSTROM F

Das ist die gesamte von der Lichtquelle abgegebene sichtbare Lichtleistung. Die Einheit ist Lumen (lm).

NAHWÄRME

Unter Nahwärmeversorgung wird – im Gegensatz zur Versorgung mit Fernwärme – die Verteilung von Wärme im direkten Umfeld des Orts der Energieerzeugung verstanden, z. B. in kleinen Siedlungen oder Mehrfamilienhäusern. Dabei werden häufig Blockheizkraftwerke eingesetzt.

NENNLEISTUNG

Nennleistung ist die vom Hersteller festgelegte und im Dauerbetrieb unter Beachtung des vom Hersteller angegebenen Wirkungsgrads als einhaltbar garantierte größte Leistung.

NUTZENERGIE

Das ist die Energie, die nach Umwandlung dem Endverbraucher zur Verfügung steht, wie z. B. Licht, Wärme oder mechanische Energie.

PRIMÄRENERGIE

Primärenergie ist die Energie, die in der Natur vorkommt und noch keiner menschlichen Umwandlung unterworfen ist. Hierzu zählen fossile Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas oder Erneuerbare Energien (Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme, Gezeitenenergie). In Deutschland ist Mineralöl mit rund 33 % der wichtigste Energieträger, gefolgt von Gas mit rund 22 % und Steinkohle mit etwa 13 %. Die erneuerbaren Energieträger decken gegenwärtig rund 12 % des Primärenergieverbrauchs (» Sekundärenergie, Nutzenergie).

PROZESSWÄRME

Man bezeichnet damit die Wärme, die bei industriellen und gewerblichen Produktionsverfahren eingesetzt wird, wie z. B. beim Metallschmelzen, bei der Erdölraffinierung, bei Wäschereien und Bleichereien. Bei vielen dieser Prozesse kann die Abwärme zur weiteren energetischen Nutzung verwendet werden.

SCHEINARBEIT

Die Scheinarbeit ist die Scheinleistung multipliziert mit einer definierten Zeitspanne. Die Einheit ist kWh.

SCHEINLEISTUNG

Die Scheinleistung ist die elektrische Leistung, die vom Stromnetz bereitgestellt werden muss. Sie ist die geometrische Summe aus Wirkleistung und Blindleistung.

SEKUNDÄRENERGIE

Es ist die nach der Umwandlung der Primärenergie verbleibende Energie.

SOLARTHERMIE

Es handelt sich dabei um die Nutzung von Sonnenenergie zur Trinkwassererwärmung, zur Heizung und in Kraftwerken.

TEILLAST

Eine Anlage wird in Teillast betrieben, wenn ihre Leistung zwischen Mindestleistung und Dauerleistung liegt.

THERMOGRAFIE

Ein Verfahren, bei dem mit einer Infrarotkamera die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung erfasst, elektronisch umgewandelt und sichtbar gemacht wird. Die Thermografie wird zur Visualisierung von Wärmeströmen, für die Identifikation von Wärmeverlusten und für die Überprüfung von Baukörpern eingesetzt. Bei der Industriethermografie werden mögliche Störquellen in elektrischen Anlagen sichtbar gemacht.

WÄRMEDURCHGANGSKOEFFIZIENT (U-WERT)

Ist das Maß für die Wärmemenge, die durch ein Bauteil von einer wärmeren in eine kältere Umgebung fließt. Die Einheit ist Watt je Quadratmeter und je Kelvin (W/(m²K)).

WÄRMERÜCKGEWINNUNG

Wärmerückgewinnung ist ein Sammelbegriff für Verfahren, bei denen ein Teil der thermischen Energie, die an die Umgebung abgegeben wird, nutzbar gemacht wird. Zur Wärmerückgewinnung werden Wärmeüberträger eingesetzt, mit denen zum Teil über 90 % der Wärme zurückgewonnen werden. Wenn die Temperatur des Mediums nicht hoch genug ist, um Wärmeüberträger nutzbringend einzusetzen, können in manchen Fällen Wärmepumpen verwendet werden.

WIRKUNGSGRAD

Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von abgegebener Leistung (Nutzen) zu zugeführter Leistung (Aufwand). Er wird verwendet, um die Effizienz einer Energieumwandlung, Energieverteilung oder Energieübertragung zu beschreiben.

WIRKLEISTUNG

Die Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die für die Umsetzung in eine andere Leistung verfügbar ist, z. B. in mechanische, thermische, chemische, optische oder akustische Leistung. Einheit: kW (Kilowatt)

WIRKARBEIT

Die Wirkarbeit ist die Wirkleistung multipliziert mit einer definierten Zeitspanne. Einheit: kWh

Ansprechpartner

Effizienter Einsatz von Energie steht im Mittelpunkt der Vertriebs- und Beratungstätigkeiten der EAA-Gruppe. Als führende Energievertriebs- und Energiehandelsgesellschaft in Österreich hat die EAA eine Service- und Beratungsstelle für ihre Kunden eingerichtet.

Die EAA-Service- und Beratungsstelle gemäß § 10 Abs. 5 des Bundes-Energieeffizienzgesetzes unterstützt Industrie und Gewerbebetriebe mit Beratungsangeboten und Energieeffizienz-Dienstleistungen dabei, Strom und Gas effizient zu nutzen und Energiekosten zu senken. Für Fragen zu den Themen Energieeffizienzsteigerung, Energieverbrauch und Energiekosten nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf:

Sophie Wolschek

Sophie Wolschek
Leitung Produktmanagement und Energieeffizienz

+43 1 904 10-13614
Simone-Frey

Simone Frey
Produktmanagement und Energieeffizienz

+43 1 904 10-13616

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