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Energiehandel die wichtigsten Fachbegriffe von A bis Z

Es ist Ihre Chance: Wenn Sie wollen, können Sie schnell und flexibel auf die aktuellen Entwicklungen an der Energiebörse reagieren und so einen besseren Zeitpunkt des Stromeinkaufs für Ihr Unternehmen nutzen. Mit den börsengekoppelten Produkten sind die Handelsprofis der EAA in der Lage Strom und Gas für Sie intelligent einzukaufen. Die wichtigsten Fakten zu Energiebörse und Energiehandel werden mit der Ausarbeitung von „Frequently Asked Questions" (FAQs) entsprechend unseres aktuellen Wissenstandes erläutert.

Flexibel, aber sicher

Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, bieten wir eine Vielzahl börsengekoppelter Produkte mit der jeweils optimalen Risikostreuung für Ihren Bedarf. Natürlich müssen Sie kein Börsenprofi sein, um an der EEX, EPEX und anderen europäischen Energiebörsen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es ist allerdings gut zu wissen, was sich hinter den wichtigsten Börsenbegriffen verbirgt.

FAQ Stromhandel


Additional Margin

Mit Additional Margin oder Initial Margin bezeichnet man eine Sicherheitsleistung, die bei » Futures durch die » Clearing-Stelle vom einzelnen Handelsteilnehmer verlangt wird. Damit wird sichergestellt, dass der Inhaber einer Kauf- oder Verkaufsposition (» Long oder » Short Position) seinen Verpflichtungen auch dann nachkommt, wenn der Kursverlauf für ihn ungünstig ist. Die Additional Margin wird während der gesamten Handelszeit erhoben und wird am ersten Börsentag nach Kontraktverfall (» Kontrakt) und nach Zahlung des » Barausgleichs freigegeben. » Initial Margin

 

Arbitrage

Damit bezeichnet man das Ausnutzen von Preisunterschieden für ein und dasselbe Gut an einem oder an verschiedenen Handelsplätzen zum gleichen Zeitpunkt, für einen risikolosen Gewinn durch gleichzeitigen Kauf zum günstigeren Preis und Verkauf zum teureren Preis.

 

Arbitrage-Free

Bedingungen, welche die Vorteile durch Arbitrage unterbinden. Die Erzielung eines risikolosen Gewinns ist dabei nur durch ein risikoloses Portfolio möglich.

 

Ask

Gemeint ist damit das preisliche Angebot – auch Brief genannt –, zu dem ein Verkäufer bereit ist, seine Ware zu verkaufen. » Bid

 

Auktion

Handelsform zur Preisfeststellung und zur Zusammenführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen zu Geschäften. Im Falle der geschlossenen Auktion werden alle Kaufs- und Verkaufsgebote gesammelt und hieraus Nachfrage- und Angebotskurven gebildet, deren Schnittpunkt den Marktpreis ergibt. Als Auktionspreis wird in der Regel der Preis festgestellt, bei dem die größte Menge an Kontrakten gekauft bzw. verkauft wird (Meistausführungs-Prinzip). » Fortlaufender Handel

 

Ausübungspreis

Der Ausübungspreis gibt den Kurs an, zu dem der » Basiswert einer Option gekauft oder verkauft werden kann. Wird auch Basispreis, Exercise Price oder Strike Price genannt.

 

Backwardation

Bei Backwardation liegt der Terminpreis unter dem zu erwartenden » Spot-Preis bei Fälligkeit, Verfall des Terminmonats (Liefertermin in der Zukunft), was einen umgekehrten Markt (Inverted Market) darstellt.

 

Barausgleich (Cash Settlement)

Generell bedeutet dies die Zahlung von Geld anstelle von Sachwerten oder Wertpapieren. Monatsfutures der EEX werden dabei nicht durch physische Lieferung, sondern rein finanziell durch Barausgleich erfüllt. Der Verkäufer (Käufer) ist verpflichtet, die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und einem höheren (niedrigerem) Schlussabrechnungspreis in bar auszugleichen.

 

Basis

Differenz zwischen dem Futurepreis und dem Spotpreis für das gleiche Handelsobjekt.

 

Baisse

Mit Baisse bezeichnet man eine Phase anhaltender Kursrückgänge. Dieser Abwärtstrend wird auch Bear Market genannt. Das Gegenteil von Baisse ist » Hausse.

 

Barausgleich

Barausgleich oder » Cash Settlement ist eine Abrechnungsmodalität für Optionen, Optionsscheine und Futures bei Fälligkeit eines Terminkontrakts anstelle der physikalischen Lieferung.

 

Base

Mit Base bezeichnet man die Grundlast. Base-Bandlieferungen sind Liefermengen mit konstanter Leistung von 00:00 bis 24:00 Uhr.

 

Basisrisiko

Darunter versteht man das Risiko, dass sich der Wert eines Hedging-Instruments (Absicherungsinstrument bei Risiken, wie z. B. Schwankungen der Rohstoffpreise) nicht proportional zum Wert des abzusichernden Gutes verändert. Die Ursachen liegen meist darin, dass sich das Hedging-Instrument nicht auf den identischen Lieferort, das identische Produkt oder die gleiche Zeit bezieht wie das abzusichernde Gut. » Hedging    

 

Basiswert

Als Basiswert oder » Underlying bezeichnet man den Vertragsgegenstand eines Termingeschäfts, Terminkontrakts oder Optionsgeschäfts, der für die Erfüllung und Bewertung des Vertrags als Grundlage dient. Basiswert der Stromterminbörsen ist Strom. An der EEX ist es der monatliche EEX-Spotmarktindex für Base bzw. Peak Load. » Market Clearing Price (MCP)

 

Bearish

Bearish ist der Ausdruck für eine pessimistische Grundeinstellung der Marktteilnehmer. Es wird mit fallenden Kursen gerechnet. In diesem Fall spricht man vom Bear Market. Das Gegenteil von Bearish ist » Bullish.

 

Bid

Gemeint ist damit das Kaufangebot bzw. der Preis – auch Geld genannt –, zu dem ein Käufer bereit ist, die Ware zu kaufen. » Ask

 

Bid - Ask Spread

Differenz zwischen dem Angebots- und dem Nachfragepreis in einem Markt.

 

Black - Scholes

Das Black-Scholes Modell ist das Standardmodell, auf dessen Grundlage Prämien für Optionen mit handelbaren Basiswerten berechnet werden.

 

Bullish

Bullish ist der Ausdruck für eine optimistische Grundeinstellung der Marktteilnehmer. Es wird mit steigenden Kursen gerechnet. In diesem Fall spricht man vom Bull Market. Das Gegenteil von Bullish ist » Bearish.

 

Call

Das ist eine Option, bei welcher der Käufer das Recht hat, innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Anzahl des » Basiswertes zu kaufen. Der Preis wird im Voraus festgelegt. » Option

 

Cap

Ein Cap ist eine Serie von Call-Optionen (» Option). Dem Käufer des Caps wird garantiert, dass ein variabler Preis eine bestimmte Obergrenze nicht überschreitet. Geschieht dies trotzdem, erfolgt eine Ausgleichszahlung durch den Cap - Verkäufer.

 

Capacity Options

Die Option, zusätzliche Kapazitäten zu kaufen oder zu verkaufen. Die Preise werden erst bei tatsächlichem Kauf oder Verkauf festgesetzt.

 

Carbix

Index für EU-Emissionsberechtigungen, der börsentäglich in einer Intra-Day-Auktion am Spotmarkt der Börse EEX um 10:30 Uhr ermittelt wird.

 

Clearing (Abwicklung)

Das Clearing umfasst die finanzielle und physische Erfüllung eines Geschäfts. Gemeint ist damit ein Verfahren, bei dem gegenseitige Geldforderungen verrechnet werden. Clearing wird hauptsächlich bei Börsen angewendet. Findet es außerbörslich statt, spricht man vom sogenannten OTC-Clearing.

 

Clearing-Stelle oder Clearing House

Es handelt sich dabei um einen zentralen Kontrahenten für alle Termingeschäfte z. B. einer Börse. Die EEX AG als Clearing House übernimmt zusammen mit den Clearing Members das Risiko der Vertragserfüllung. Den Clearing Members wird dafür die Variation und » Additional Margin in Rechnung gestellt. Die Clearing Members fordern ihrerseits diese Sicherheiten von den Börsenteilnehmern ein.

 

Collar

Kombination eines » Cap und eines » Floor, der dem Käufer, dass ein variabler Preis eine bestimmte Bandbreite (Korridor) nicht verlässt. Geschieht dies trotzdem, erfolgt eine Ausgleichszahlung durch den Collar-Verkäufer.

 

Contango

Damit beschreibt man eine Marktsituation, bei der Terminkontrakte für spätere Zeitpunkte zu einem höheren Preis gehandelt werden.

 

Current Liquidation Margin

Eine Vereinbarung, bei der ein variabler/fixer Preis eines Commodity-Gutes in einen fixen/variablen Preis eines anderen Commodity-Gutes über einen bestimmten Zeitraum umgewandelt wird.

 

Day-Ahead Market

Beim Spotmarkt wird für den auf den Handelstag folgenden Tag gehandelt. Daher wird dieser Markt auch als Day-Ahead Market bezeichnet.

 

Day-Ahead-Handel

Handel von Strom an der European Power Exchange (EPEX SPOT) in Paris für den folgenden Tag. Stellenweise wird auch der Begriff Auktionsmarkt verwendet.  

 

DEHSt

Die Deutsche Emissionshandelsstelle beim Umweltbundesamt (DEHSt) führt das nationale deutsche Register für EU-Emissionsberechtigungen. Dort wird auch das Sammelkonto des Clearinghauses geführt.    

 

Delta

Bezeichnet wird damit der Betrag, um den sich der Optionswert ändert, falls sich der Basiswert um eine Einheit verändert.

 

EEX

Die European Energy Exchange (EEX) ist die Energiebörse Deutschlands mit Sitz in Leipzig. Sie entstand im Jahr 2002 durch Fusion der Strombörsen European Power Exchange aus Frankfurt am Main und der Leipzig Power Exchange (LPX). Im Stromhandel ging die EEX AG im Jahr 2008 eine enge Zusammenarbeit mit der französischen Powernext SA ein. Im Rahmen dieser Kooperation legten beide Börsen ihre Strom-Spot- und Terminmärkte zusammen. An der EEX wird seitdem der Handel mit Terminmarkt- Produkten für Strom für die Marktgebiete Deutschland, Österreich und Frankreich ausgeführt. Spotmarkt- Produkte hingegen werden an der von beiden Börsen gegründeten » EPEX (European Power Exchange) mit Sitz in Paris gehandelt.

 

EFET

The European Federation of Energy Traders (EFET) is the representation of interests of the European energy traders. The energy traders of the most important European energy companies are members. 

 

EPEX

Die European Power Exchange (EPEX) ist die Stromspotbörse mit Sitz in Paris. Sie entstand im Jahr 2008 durch Zusammenschluss der Energiebörsen Powernext SA aus Frankreich und der » EEX AG in Deutschland. An der EPEX können kurzfristige Stromprodukte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz für den laufenden und den folgenden Tag für die kurzfristige Portfoliooptimierung gehandelt werden.

 

ECC

European Commodity Clearing AG. Zentraler Kontrahent für alle an der EEX/ EPEX abgeschlossenen Geschäfte.

 

EU ETS

Das EU Emmissionshandelssystem (European Union Emissions Trading System) trat am 1. Januar 2005 in Kraft. Aktuell umfasst und begrenzt das EU ETS den Kohlendioxidausstoß von rund 11.000 Anlagen in 31 europäischen Ländern. Der Emissionsrechtehandel erfolgt in mehrjährigen Handelsperioden. Bisher sind die Pilotphase I (2005–2007) und die Phase II (2008–2012) abgeschlossen. Seit Phase III werden die Emissionszertifikate nicht von den einzelnen Staaten sondern zentral von der Europäischen Kommission vergeben. Zuständig ist hierfür der Kommissar für Klimaschutz.  

 

Eurex – System

Das Eurex-System ist ein elektronisches Handels-, Clearing- und Abwicklungssystem für Futures und Optionen. An der EEX wird das Eurex-System für den Terminmarkthandel genutzt.

 

Final Settlement Price (Schlussabrechnungspreis)

Der Schlussabrechnungspreis ist der zum Ende der Handelsperiode festgelegte Preis. Je nach Lasttyp entspricht er für Monatsfutures dem Monatsdurchschnitt des Phelix® Base oder des Phelix® Peak in der Lieferperiode.  

 

Fixing

Zeitpunkt der endgültigen Preisfeststellung nach Verstreichen der Einspruchsfrist.

 

Fortlaufender Handel (Kontinuierlicher Handel)

Im Gegensatz zur Auktion handelt es sich beim fortlaufenden Handel um ein Prinzip der Preisfeststellung, bei dem in einer vorgegebenen Zeitspanne ständig Geschäfte zwischen Käufer und Verkäufer zustande kommen. Dabei werden alle Aufträge im Auftragsbuch ständig auf Ausführbarkeit geprüft. Sobald sich zwei Aufträge ausführbar gegenüber stehen, werden sie sofort zu einem Geschäft zusammengeführt. Konkurrierende Aufträge im Auftragsbuch werden dabei zuerst nach Preis und dann nach Zeit priorisiert (Preis-Zeit-Priorität). » Auktion

 

Forward

Die Forward Curve ist eine Preis-Zeit-Reihe in stündlicher Auflösung für zukünftige Zeiträume, beginnend mit dem nächsten Handelstag. Die Forward Curve wird erstellt auf Grundlage der tagesaktuellen Marktpreise für die entsprechenden Terminmarktprodukte, die über verschiedene Zeiträume laufen.

 

Future

Bezeichnung für standardisierte Terminkontrakte, bei denen der Käufer zur Abnahme und der Verkäufer zur Lieferung einer bestimmten Warenmenge zu einem festgelegten Preis an einem spezifizierten Ort und Datum in der Zukunft verpflichtet ist. Futures werden ausschließlich an geregelten Börsen gehandelt und täglich abgerechnet. Üblicherweise dienen Futures zum Risikotransfer und nicht zur physischen Lieferung. » Terminmarkt

 

Glattstellen

Eine offene Position in Futures oder Optionen wird glattgestellt, indem ein entgegengesetztes Geschäft abgeschlossen wird. Nach Glattstellung verbleiben keine offene Forderungen oder Verbindlichkeiten aus der Position und dem Gegengeschäft.

 

Hausse

Es handelt sich um eine aus dem Französischen übernommene Bezeichnung für eine länger anhaltende Phase starker Kursanstiege an der Börse. Das Gegenteil ist » Baisse.

 

Hedging

Hedging bezeichnet eine Absicherungsstrategie zu einer bestehenden Risikoposition, die eingegangen wird, um das Risiko der Ursprungsoption zu neutralisieren.

 

Initial Margin

Die Initial Margin oder Additional Margin dient zur Abdeckung der bis zum nächsten Handelstag anfallenden potenziellen Glattstellungsverluste (Glattstellen) bei Future-Positionen. Sie wird während der gesamten Handelszeit erhoben und wird am ersten Börsentag nach Kontraktverfall (» Kontrakt) und nach Zahlung des » Barausgleichs freigegeben. » Additional Margin

 

Intraday Handel

Handel von Produkten - von Viertelstundenprodukten bis zu Stundenprodukten für den laufenden Handelstag.

 

Intraday Markt

Im Intraday Markt werden nach Schluss des Day-Ahead-Handels noch kurzfristige Geschäfte getätigt, um beispielsweise auf Abweichungen der Last von der Prognose oder auf Ausfälle von Kraftwerksblöcken reagieren zu können und die Fahrplanabweichung zu reduzieren. Die europäische Strombörse » EEX ermöglicht Intraday-Geschäfte noch bis zu 45 min vor Lieferung. Im OTC-Handel können bei Kraftwerksausfällen – regelzonenübergreifend – noch bis zu 15 min vor Lieferbeginn Geschäfte gemacht werden. Regelzonenintern können Abweichungen von Last und Prognose noch bis zum folgenden Werktag um 16:00 Uhr ausgeglichen werden.

 

ISIN

Internationale Securities Identification Number (ISIN). Finanzinstrumente (z.B. EEX Futures) müssen International eindeutig identifizierbar sein. Aus diesem Grund wird für ein Finanzministerium ein zwölfstelliger alphanumerischer Code vergeben. Er setzt sich zusammen aus einem zweistelligen Ländercode, einer nationalen Kennnummer und einer Prüfziffer.

 

Kaskadierung

Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem längerfristige Kontrakte automatisch zu vorher festgelegten Zeitpunkten in Kontrakte mit der nächstkürzeren Laufzeit aufgeteilt werden. Ein Jahreskontrakt splittet sich z. B. in vier Quartalskontrakte.

 

Kassamarkt

Der Spotmarkt der EPEX wird häufig auch als Kassamarkt bezeichnet. Es ist der Markt, auf dem Lieferungen und Bezüge von Strom für den kommenden Tag angeboten und nachgefragt werden. » Terminmarkt, » Spotmarkt

 

Kontrahentenrisiko

Darunter versteht man das Risiko des Ausfalls von Zahlungen und Lieferungen aus bestehenden Forderungen.  

 

Kontrakt

Das ist ein Vertrag mit häufig standardisierten Merkmalen, der beiden Vertragsparteien bestimmte Rechte und Pflichten einräumt. Man bezeichnet damit auch die kleinste handelbare Einheit eines EEX-Future oder einer EEX-Option. In den Kontraktspezifikationen der EEX ist definiert, auf welche Liefermenge, welche Lieferperiode und welchen Lasttyp sich der Kontrakt bezieht.

 

Kontraktgröße

Das ist die Menge des zugrunde liegenden Basiswertes pro Kontrakt. An der EEX ist ein Kontrakt 1 Megawatt.

 

Kontraktvolumen

Das Kontraktvolumen eines Future ist das Produkt der » Lieferrate und der Anzahl an Stunden der Lieferperiode. So ist das Kontraktvolumen eines Grundlast-Monats-Future: 1 MW x 24 h/Tag x 30 Tage = 720 MWh.

 

Lieferrate

Die Lieferrate ist die einem EEX-Future zugrunde liegende Stromlieferung pro Stunde. Die EEX-Futures haben eine Lieferrate von 1 MWh pro Stunde.

 

Liquidität

Marktliquidität beschreibt, in wie weit Produkte problemlos an einem Markt abgesetzt bzw. bezogen werden können, ohne dass es zu (spürbaren) Preisänderungen kommt. Je größer die Marktliquidität, desto größer das Vertrauen in die Marktpreisinformationen und entsprechend mehr Handelsgeschäfte werden abgeschlossen.

 

Long Position

Long bezeichnet im Wertpapierhandel die Käufer- Position in einem Handelsgeschäft. Bei Managed Futures z. B. ist der Inhaber einer Long Position der Käufer des unterlegten Wertes – also der Käufer der mit dem Futures-Kontrakt bezeichneten Ware. Bei anderen Anlageformen, wie etwa Aktien, wird mit „long“ jedes Geschäft bezeichnet, bei dem ein Wert erworben wird, um von seiner positiven Wertsteigerung zu profitieren. Die gegensätzliche Position (des Verkäufers) wird mit „short“ bezeichnet. Mit dem Kauf eines EEX-Future geht man eine Future Long Position ein. » Short Position

 

LPX

LPX (Leipziger Power Exchange) ist die ehemalige Bezeichnung der deutschen Strombörse in Leipzig. Sie nahm den Handel am 14. Juni 2000 auf. Am 1. Juni 2002 fusionierte die LPX mit der » EEX aus Frankfurt. Die Deutsche Strombörse firmiert nun unter dem Namen EEX und hat ihren Sitz in Leipzig.

 

Margin

Margin bezeichnet eine Sicherheitsleistung, die bei Futures oder Optionen vom einzelnen Handelsteilnehmer verlangt wird, um sicherzustellen, dass dessen Finanzkraft ausreichen wird, das Geschäft auch tatsächlich auszuüben.

 

Market Clearing Price

Unter dem Market Clearing Price (MCP) versteht man den Gleichgewichtspreis, zu dem bei gegebener Nachfrage- und Angebotskurve das größtmögliche Volumen gehandelt wird. Der MCP wird häufig als allgemeiner Begriff für das Preisresultat aus dem Auktionsprinzip des Spothandels verwendet. » Basiswert

 

Market Coupling

Market Coupling ist ein Verfahren, um Netzengpässe zwischen benachbarten Spotmärkten von Strom effizient zu bewirtschaften. Das geschieht durch implizite Auktion von Netzkapazitäten. Hierzu müssen die Spotauktionen der beteiligten Börsen koordiniert erfolgen.

 

Market Maker

Als Market Maker bezeichnet man einen Handelsteilnehmer, der sich verpflichtet hat, gleichzeitig Kauf und Verkaufsaufträge (Quotes) in das Handelssystem einzustellen und so für ausreichend Liquidität am Terminmarkt zu sorgen. Für diese Dienstleistung erhält der Market Maker eine Vergünstigung der Gebühren – allerdings nur für Geschäfte, die als Market Maker abgeschlossen wurden.

 

Mark-to-Market

Durch das Mark-to-Market-Verfahren werden Gewinne und Verluste aus offenen Futurespositionen, die durch Preisveränderungen des Futures entstehen, täglich berechnet. Die Wertveränderungen der einzelnen Positionen werden aufgrund der täglichen Abrechnungspreise (Settlement Price) ermittelt. Der Ausgleich dieser Wertveränderungen erfolgt durch Gutschriften oder Nachschüsse.

 

Marktliquiditätsrisiko

Damit bezeichnet man das Risiko, das entsteht, wenn es nicht möglich ist, eine physische oder finanzielle Position glattzustellen, ohne den Marktpreis stark zu beeinflussen.

 

Mistrade

Von einem Mistrade spricht man, wenn aufgrund eines Fehlers in der Auftragseingabe ein Geschäft abgeschlossen wurde. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man dann einen Mistrade-Antrag stellen und das Geschäft stornieren.

 

Net Exposure

Wenn Sicherheitsvereinbarungen mit der Vertragspartei getroffen wurden, wird der Umfang der offenen Positionen als Net Exposure bezeichnet. Bezogen auf eine Transaktion bzw. ein Portfolio wird der Wert als Summe von aktuellem » Mark-to-Market und Close Out Risk bezogen auf die Close Out Period abzüglich der hinterlegten Sicherheit ermittelt.

 

Netting

Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten oder auch » Long- und » Short-Positionen.

 

Offer

Gemeint ist damit das Verkaufsangebot bzw. der Preis – auch Brief genannt –, zu dem ein Verkäufer bereit ist, die Ware zu verkaufen.

 

Off-Peak

Das ist der Zeitbereich außerhalb der Hochlast mit geringer Energienachfrage: üblicherweise nachts und an Wochenenden. In Deutschland: Mo. – Fr. 00:00 – 08:00 Uhr und 20:00 – 24:00 Uhr, Sa. 00:00 – So. 24:00 Uhr. » Peak

 

Open Interest

Beschreibt die Anzahl aller offenen, nicht glattgestellten Kontrakte.

 

Option

Die Rede ist von einem vertraglich eingeräumten Recht (keine Verpflichtung), eine Ware unter bestimmten Bedingungen zu erwerben oder zu veräußern. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Form des Termingeschäfts. Grundsätzlich unterscheidet man Kaufoptionen (» Call) und Verkaufsoptionen (» Put).

 

OTC Over the Counter (Außerbörslicher Handel)

Mit Over the Counter (OTC) bezeichnet man den außerbörslichen nicht standardisierten Handel, bei dem die Vertragspartner individuell bilaterale Geschäfte aushandeln.

 

Peak

Peak bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast), üblicherweise tagsüber an Werktagen. In Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz von 08:00 bis 20:00 Uhr eines jeden Wochentages (Montag bis Freitag) – in den Niederlanden von 07:00 bis 23:00 Uhr – in Spanien von 08:00 bis 24:00 Uhr. » Off-Peak

 

Phelix

Beim Phelix (Physical Electricity Index) handelt sich um einen stundengewichteten Durchschnittspreis pro Tag, der für Base und Peak berechnet wird. » Phelix base, » Phelix peak

 

Phelix base

Der Phelix base ist der stundengewichtete Durchschnittspreis pro Tag für die Zeit von 00:00 bis 24:00 Uhr. Er wird für alle 365 Tage des Jahres ermittelt.

 

Phelix peak

Der Phelix peak ist der stundengewichtete Durchschnittspreis pro Tag für die Zeit von 08:00 bis 20:00 Uhr. Er wird für alle Tage des Jahres – mit Ausnahme der Wochenenden – ermittelt.

 

Position

Die Position ist der Saldo der Anzahl aller offenen Kontrakte eines Handelsteilnehmers. Man unterscheidet zwischen » Long Position (Kauf) und » Short Position (Verkauf).

 

Preisrisiko

Es ist das Verlustrisiko, das durch Änderung der Marktpreise verursacht wird.

 

Premium Margin

Bei der » Glattstellung von Optionspositionen zum Marktpreis können Verluste oder Gewinne entstehen. Die Premium Margin ist eine Sicherheitsleistung, die diese Glattstellungsverluste abdeckt, bzw. im Falle von Gewinnen eine Gutschrift für andere Sicherheitsleistungen. Diese Verluste bzw. Gewinne sind im abhängig vom Marktpreis der » Option.

 

Produkt

Alle Future-Kontrakte des gleichen Typs, der gleichen Lieferperiode (z. B. Jahr) und des gleichen Lasttyps (z. B. Base) bilden ein Produkt. Alle Optionskontrakte auf den gleichen Future (z. B. Base-Jahres-Future) bilden ein Produkt. Die Kontrakte werden zusätzlich durch die Fälligkeit definiert.

 

Put

Es handelt sich um die international übliche Bezeichnung für Verkaufsoptionen. Sie berechtigen den Käufer, eine bestimmte Anzahl des Basiswertes zum » Ausübungspreis am Ausübungstag zu verkaufen. Gegenteil von » Call.

 

Regelenergie

Als Regelenergie wird die vom Netzbetreiber aufzuwendende Energie bezeichnet, die erforderlich ist, um Netzfrequenzabweichungen auszugleichen. Die Regelenergie wird von kurzfristig bereitstehenden Kraftwerken (Gaskraftwerken, Pumpspeicherkraftwerken, thermischen Kraftwerken in Teillast) abgerufen.

 

Risikomanagement

Risiken, die aus der Veränderung von Marktparametern wie Wechselkursen, Zinssätzen, Marktpreisen für Güter oder der Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner resultieren, müssen durch ein gezieltes Risikomanagement überwacht und gesteuert werden. Häufig wird die Risikomessung nach der » Value-at-Risk-Methode vorgenommen. Hierbei wird das höchst mögliche Verlustpotenzial eines Portfolios ermittelt, das mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Halteperiode nicht überschritten wird.

 

Settlement-Preis (Abrechnungspreis)

Täglich ermittelter Abrechnungspreis. Darunter versteht man einen täglich von der Börse festgestellter Marktpreis eines Futures- oder Options-Kontraktes, der für seine tägliche Abrechnung herangezogen wird. An der EEX etwa bildet der » Phelix die Grundlage (täglich ermittelter Abrechnungspreis) zur Bewertung der offenen Positionen. » Long Position

 

Short Position

Ein Börsenteilnehmer geht eine Short Position ein, indem er einen Future verkauft. Das Gegenteil davon ist eine » Long Position.

 

Spotgeschäfte

Spotgeschäfte sind (im Gegensatz zu » Termingeschäften) sofort zu erfüllende Geschäfte und werden sowohl über die Börse als auch bilateral gehandelt. Spotgeschäfte sind üblich vor allem für die Beschaffung zusätzlicher Mengen wie auch für den Absatz von Überschussmengen.

 

Spotmarkt

Markt, an dem Geschäfte in » Kontrakten abgeschlossen werden, die sofort (» Intra-Day), am nächsten Tag (» Day-Ahead) oder auch am übernächsten Tag erfüllt werden. Dabei handelt es sich um den Markt, auf dem Lieferungen und Bezüge von Energie für den Kommenden Tag angeboten und nachgefragt werden. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom » Kassamarkt. Im Gegensatz hierzu existiert der » Terminmarkt.

 

Spread

Spread ist der Ausdruck für die Spanne zwischen Bid und Ask. » Bid, » Ask

 

Stop-Order

Mit diesem Instrument sollen mögliche Verluste verhindert oder angefallene Gewinne geschützt werden. Eine Stop-Order ist ein Auftrag, Positionen zu kaufen oder zu verkaufen, sobald sie auf einen vorher festgelegten Preis sinken oder steigen, den sogenannten Stopkurs. Ist dieser Kurs einmal erreicht, wird der Auftrag zum bestmöglichen Preis ausgeführt.

 

Straddle

Strategie, bei der » Calls und » Puts mit identischen Ausstattungsmerkmalen auf den gleichen » Basiswert gekauft werden. Der Käufer eines Straddles erhofft sich Gewinne durch steigende Volatilität.

 

Strombörse

Marktplatz für Stromerzeuger, Stromhändler und Stromkunden, auf dem Angebot und Nachfrage zu standardisierten Produkten zusammengeführt werden. Ziel einer Strombörse sind ein anonymer Handel sowie eine faire und transparente Preisbildung. Die Börse übernimmt das Ausfallrisiko eines Kontrahenten (» Kontrahentenrisiko), die Abrechnung und das » Clearing. Unterschieden wird in » Spot- und » Terminmarkt.

 

Swap

Tauschvertrag: Es handelt sich um eine Vereinbarung, bei der ein variabler Preis gegen einen Festpreis über einen bestimmten Zeitraum getauscht wird. Die Vereinbarung enthält das Volumen, den Zeitraum und den fixierten Referenzpreis. Swaps werden auch als „fixed-for-floating contracts“ bezeichnet.

 

Take or Pay Contract

In einem Kaufvertrag bedeutet "Take or pay" die Verpflichtung, für eine bestimmte Menge Strom oder Gas zu bezahlen, egal ob diese Menge Strom oder Gas zu bezahlen, egal ob diese Menge abgenommen wurde oder nicht.

 

Terminmarkt

Das ist der Markt, an dem Futures und Optionen gehandelt werden – also Lieferungen und Bezüge von Strom für einen zukünftigen Zeitraum gehandelt werden. Übliche Zeiträume sind beispielsweise Wochen, Monate, Quartale und Jahre. Die Erfüllung kann entweder physikalisch oder finanziell erfolgen. Der Terminmarkt dient primär der Preissicherung. » Kassamarkt, » Spotmarkt

 

Tick

Ein Tick ist die kleinste Einheit, um die sich der Kurs eines börsengehandelten Wertes verändern kann.

 

Trade

Durch die Zusammenführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen an der Börse kommt es zu einem Geschäft.  Man versteht darunter ein vollzogenes Geschäft bzw. den ausgeführten Teil eines Auftrags auch Order oder Geschäft.

 

Underlying

Als Underlying oder » Basiswert bezeichnet man den Vertragsgegenstand eines Terminkontrakts,Termin- oder Optionsgeschäfts, der für die Erfüllung und Bewertung des Vertrags als Grundlage dient. Underlying der Stromterminbörsen ist Strom. An der EEX ist es der monatliche EEX-Spotmarktindex für Base bzw. Peak Load.

 

Value at Risk

Bei Value at Risk (VaR) handelt es sich um ein Verfahren zur Messung des Marktrisikos. Bezeichnung des größten anzunehmen Wertverlustes (in Geldeinheiten) eines » Portfolios in einer gegebenen Zeitspanne für eine bestimmte Eintrittswahrscheinlichkeit. Der value at risk wird zur Risikoerfassung von » Termingeschäften benutzt.

 

Variation Margin

Die Variation Margin beschreibt den Betrag, der auf Basis der täglichen Gewinn und Verlustrechnung dem internen Geldverrechnungskonto der Teilnehmer gutgeschrieben oder belastet wird.

 

Virtueller Handelspunkt

Begriff aus der Gaswirtschaft. Ein virtueller Handelspunkt ist ein fiktiver Lieferpunkt in einem Marktgebiet, der als Übergabestelle bei der Abwicklung von Gaslieferungen innerhalb eines Marktgebietes dient.

 

Volatilität

Volatilität ist ein Maß für Preisschwankungen über einen Tag. Das Clearinghaus analysiert die Preisbewegungen in den Basiswerten und leitet hieraus deren Volatilität ab. Aus der Volatilität lässt sich dann der » Additional Margin Parameter und der » Spread Margin Parameter bestimmen.