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14.09.2018

Europa hinkt bei Erneuerbaren Energien hinterher

1.000 Gigawatt entsprechen dem 250-fachen der in Österreich installierten Leistung von rund 4 Gigawatt Solar- und Windenergie.

Die Analysen der Branchenexperten von Bloomberg New Energy Finance zeigen, dass rund 90% dieser Leistung in den letzten zehn Jahren hinzugekommen sind. Weltweit sind Wind- und Sonnenenergie bereits heute günstiger als die Energie aus neuen fossilen und nuklearen Kraftwerken. Bloomberg rechnet daher damit, dass die nächste Billion bereits 2023 erreicht wird. Knapp 40% der Windenergie und rund 60% der Sonnenenergie sind bereits in Asien installiert.

?In ihrem Bericht zeigt Bloomberg New Energy Finance, dass wir die Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels schon in der Hand haben?, so Florian Maringer, Geschäftsführer des Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Energie aus neu errichteten fossilen und nuklearen Kraftwerken ist bereits heute teurer als viele erneuerbare Energien. Daher werden auch in Zukunft Erneuerbare den Löwenanteil neu installierter Erzeugungsleistung stemmen. Im Jahr 2017 wurde erneut doppelt so viel in die erneuerbare Stromerzeugung investiert als in die fossile.

Aktuell sind 54% der insgesamt 1.013 Gigawatt installierter Leistung aus Wind- und 46% aus Sonnenenergie. Rund 97% der Windenergie kommt dabei aus der Onshore Windenergie. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass Solar und Wind 2023 die nächste Billion Watt erreichen und Sonnenenergie einen größeren Anteil haben wird.

Europa hinkt in der Entwicklung leider hinterher. Ein Großteil der installierten Leistung ist in Asien installiert und damit auch der Industrievorteil. ?Europa benötigt die Energiewende nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, hier geht es um Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Die Industrie braucht ein klares Signal und europäische Partner, um die Energiewende voran zu bringen?, so Maringer. ?Deutschland oder Dänemark zeigen vor, wie es funktionieren kann. Natürlich bremsen und blockieren immer wieder Vertreter der hochsubventionierten fossilen Wirtschaft.? Die globale Wende hin zu erneuerbaren Energien ist jedoch eine große Chance für innovative und technologisch fortgeschrittene Länder wie Österreich. Während der österreichischen EU Ratspräsidentschaft besteht die einmalige Möglichkeit, diese zu nutzen. Österreich ist nicht nur verantwortlich für ein neues Design der veralteten fossilen Strommärkte. Es sitzt auch am Tisch für ein langfristiges EU Budget, die Klima- und Energiepläne bis 2030 und 2050 und muss ebenso Pläne wie auch ein neues Energiegesetz vorlegen. Letzteres muss gewährleisten, dass das Ziel 100% erneuerbarer Stromerzeugung bis 2030 erreicht wird und Österreich am globalen Trend teilnimmt.

In Österreich stammten 2017 rund 26% der Stromproduktion aus fossilen Energien, 57% aus Wasserkraft, 9% aus Windkraft, 5% aus Biomasse, 2% aus Photovoltaik und 1% aus Biogas.

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