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02.08.2018

Das extreme Wetter macht auch den Stromnetz-Betreibern zu schaffen

Die Stromversorgung sei aber trotz Trockenheit nicht gefährdet

Österreichs Stromkunden waren im Vorjahr wegen ungeplanter Stromausfälle durchschnittlich knapp 32 Minuten ohne elektrische Energie. Das waren knapp acht Minuten mehr als im Jahr 2016. Die Ursachen für diesen Anstieg seien klar wetterbedingt, sagt der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch.

Durch häufigere Extremwetter sei es für die Netzbetreiber 2017 schwieriger geworden, die Versorgung aufrechtzuerhalten. Trotzdem habe Österreich "einen sehr guten Standard bei der Versorgungssicherheit".

Gut die Hälfte der ungeplanten Lieferunterbrechungen, 17 der knapp 32 Ausfallsminuten, waren durch Witterungseinflüsse bedingt. Hier habe es 2017 einen Höchststand seit 2010 gegeben. Laut Mitteilung des Wetterdienstes Ubimet und der Uniqa-Versicherung sei 2017 das seither extremste Wetterjahr gewesen. Gegenüber 2016 hätten allein die atmosphärisch bedingten Ausfälle um mehr als 65 Prozent zugenommen.

Im längerfristigen Vergleich sind die ungeplanten Stromausfälle zurückgegangen. Voriges Jahrzehnt gab es noch mehrere Jahre mit mehr als 40 Minuten Stromausfall pro Jahr und sogar zwei Jahre mit je rund 55 Minuten.

Im EU-Vergleich steht Österreich recht gut da, so Urbantschitsch, der solche Vergleiche aber nur mit Vorsicht anstellt. Kunden in Italien etwa hatten 2016 für 37 Minuten keinen Strom. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. In Frankreich waren es 49 Minuten und in Tschechien 73 Minuten. Sehr zuverlässig war laut diesen Daten die Versorgung in Deutschland mit nur 13 Minuten Stromausfall.

Durch die Trockenheit ist in Österreich die Wasserführung der großen Gewässer nach Angaben des Verbund-Stromkonzerns fast auf die Hälfte des Durchschnitts zurückgegangen. Die relativ stabilen Speicherkraftwerke des Verbunds sind jedoch mit der saisonal üblichen Menge von 70 bis 90 Prozent gefüllt. Die Stromversorgung sei somit auch in trockenen Monaten gesichert, hieß es gestern beim Verbund.

Weniger Wasser heiße aber nicht eins zu eins weniger Stromerzeugung. Denn zunächst bedeute weniger Wasser unterhalb eines Kraftwerks mehr Fallhöhe und damit sogar eine günstigere Erzeugung. "Dies kompensiert kurzfristig das fehlende Wasser. Ab einer gewissen Menge spürt aber auch die Stromerzeugung die geringere Wassermenge."

Traditionell würden die trockenen Monate für Wartungsarbeiten in den Kraftwerken genutzt. So würden etwa die Wehrfelder überprüft. Wehrfelder sind Klappen, die bei Hochwasser das überschüssige Wasser ab Kraftwerk ablassen.

 

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