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01.12.2017

Öl-Förderbremse bis Ende 2018 verlängert, Russland an Bord

Die OPEC-Länder und wichtige andere Produzenten wie Russland stützen die Ölpreise weiter und verlängern ihre Förderbremse bis Ende 2018. Zugleich signalisierten Vertreter der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) bei ihrem Treffen am Donnerstag in Wien, dass sie bei einer Überhitzung der Energiemärkte eher aus dem Programm aussteigen könnten.

An den Märkten war die Verlängerung der Förderbremse um neun Monate erwartet worden, die ansonsten nur bis März in Kraft geblieben wäre. Rohöl der Nordseesorte Brent legte um 0,4 Prozent zu, während US-Öl um 0,4 Prozent nachgab.

Am Nachmittag und Abend berieten die Unterhändler auch mit Russland, das nicht Mitglied der OPEC ist. Ein Delegierter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, auch Russland habe der verlängerten Förderbremse zugestimmt. Die Regierung in Moskau dringt allerdings darauf, dass die Preise nicht zu schnell steigen. In diesem Fall könnten US-Firmen mehr Öl fördern, das sie mit der Fracking-Methode an die Erdoberfläche holen.

Der saudi-arabische Energieminister Chalid al-Falih sagte, ein Ende der Förderbremse stehe zumindest für mehrere Quartale nicht an. Demnach sollen die OPEC-Länder die Lage zunächst bei ihrem nächsten Treffen im Juni bewerten. "Wenn wir aussteigen, werden wir das schrittweise tun." So wolle man sicherstellen, die Märkte nicht zu verschrecken. Saudi-Arabien braucht anders als Russland einen vergleichsweise hohen Ölpreis, damit der Staatshaushalt nicht ins Defizit rutscht. Die Regierung in Riad würde auch beim Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco von höheren Ölpreisen profitieren.

Nach den jetzigen Vereinbarungen wird das Ölangebot um etwa 1,8 Millionen Barrel am Tag gekürzt. Zum Vergleich: Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA wurden im vergangenen Jahr weltweit knapp 94 Millionen Barrel gefördert. Dank der Förderbremse, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist, sind die weltweiten Öllagerbestände um die Hälfte verringert worden. Sie liegen allerdings immer noch über dem mehrjährigen Durchschnitt.

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