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06.10.2017

Solarenergie wächst weltweit stärker als Kohle und Atom

2016 war für erneuerbare Energien wieder ein Rekordjahr. Zwei Drittel des weltweiten Ausbaus an Kraftwerkskapazitäten von 165 Gigawatt entfiel auf Ökoenergien, geht aus einem Bericht der Internationalen Energie Agentur (IEA) hervor. Haupttreiber dieses Wachstums war die Fotovoltaik.

74 Gigawatt Leistung kamen durch neue Solaranlagen im Vorjahr dazu, um 50 Prozent mehr als 2015. Erstmals wuchs damit die Solarenergie stärker als jede andere Energieform. Die Hälfte des "Sonnen-Wachstums" fand in China statt. Positiv auf den Ausbau des Solar-Stroms wirkten sich auch fallende Preise für Fotovoltaik-Anlagen aus.

Die IEA geht davon aus, dass das Wachstum der Erneuerbaren in den nächsten Jahren in diesem Tempo weitergeht. Bis 2022 dürfte sich dieser Prognose zufolge die weltweite Kapazität an "grüner Energie" aus Sonne, Wind und Wasserkraft um 43 Prozent oder 920 Gigawatt erhöhen. Fotovoltaik wird den größten Teil davon ausmachen. Und China bleibt vor den USA und Indien der wichtigste Ökoenergiemarkt.

Gas auf der Öko-Welle Der weltweite Trend zu Erneuerbaren erfasst auch den Erdgasmarkt. Zwar ist der Anteil von Biogas oder Gas, das in der Elektrolyse via Wasserstoff und -Zusatz aus Überschuss-Strom gewonnen wird, noch verschwindend klein, für die Energiemarktaufsicht E-Control ist das Thema aber nicht zu vernachlässigen. "Dieses Verwerten von Stromüberschüssen wird in Zukunft wichtig", ist E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer überzeugt. Denn die Stromerzeugung wird zunehmend von stark schwankender Wind- und Solarenergieproduktion dominiert. Da müsse es "Ausgleichsmechanismen" geben.

Ökogas kann genauso wie Erdgas durch Pipelines transportiert werden. 40.000 Kilometer lang ist das Gasnetz in Österreich. Geht die Nachfrage nach Erdgas aus Umweltgründen zurück, könnte diese Infrastruktur für Biogas genutzt werden. irmgard Kischko

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